Strategie in der Coronakrise

Wird Ihr Unternehmen die Coronakrise überstehen? Wie weit in die Zukunft haben Sie schon einen Plan gemacht? Oder kämpfen Sie derzeit jeden Tag einfach um das Überleben Ihrer Firma? Gibt es noch Hoffnung oder gehören Sie sogar zu den großen Gewinner*innen dieser Krise?

Zusammenfassung

  • In der jetzigen Krise können Sie sich letztlich nur selbst helfen. Aber dazu brauchen Sie auch (viel) Kooperation und eine kluge Strategie.
  • Strategie und Taktik sind zwei unterschiedliche Dinge, die aber stark zusammenhängen. Die Strategie bestimmt die Taktik. Um erfolgreich zu sein, muss man beides beherrschen, entwickeln, aufeinander abstimmen und entscheiden können, wie eine aktuelle Taktik in eine Strategie eingebunden werden kann.

Grundsätze der strategischen Planung

Grundsätzlich gelten für die strategische Planung zwei Grundsätze: „Es ist nie zu spät“ und „Wenn der erste Schuss fällt, ist jeder Plan Makulatur“. Der erste Grundsatz erklärt sich von selbst. Der Zweite geht sinngemäß von dem preußischen General Helmuth von Molke zurück. Das Originalzitat dazu: „Kein Operationsplan reicht mit einiger Sicherheit über das erste Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht hinaus.“ Dabei geht es darum das Verständnis für den Unterschied zwischen Strategie und Taktik zu benennen.

Verwechslungstragödie Taktik und Strategie

Obwohl ich nun schon mehr als 20 Jahre als Unternehmer tätig bin, sticht mir fast täglich die Tatsache ins Auge, dass es in den meisten Unternehmen kaum wirkliche Strategien gibt und die Taktik des Alltagsgeschäfts die Unternehmensstrategie bestimmt. Das geht solange gut, bis man eben auf die „Hauptmacht“ trifft. Eine solche Hauptmacht ist die Coronakrise oder besser die Reaktion unserer Regierung die uns alle in extremen Ausmaß betrifft. Lockdown oder Shutdown sind dazu die Stichworte. Leider waren das taktische Manöver und keine strategischen Entscheidungen. Nun passiert dasselbe in umgekehrter Reihenfolge wieder, nämlich beim Versuch des Hochfahrens.

Napoleon weiß den Weg zum strategischen Verständnis

Napoleon so die Legende habe gesagt als er gefragt wurde, wie denn seine Strategie für eine Schlacht aussieht: „Man beginnt einmal und dann schaut man wie es sich entwickelt.“ Das zeigt eigentlich nur sein Verständnis, zwischen Strategie (Krieg) und Taktik (Schlacht) zu unterscheiden. Er hat aber das Wichtigste nicht dazu gesagt: Dass die genaue Aufklärung im Vorfeld und während der Schlacht und die Spezialausbildungen seiner Truppenteile seine Strategie und damit auch die Taktik bestimmen. Er konnte deshalb so viele Schlachten auch in Unterzahl gewinnen, weil er seinen Truppen Fähigkeiten beigebracht hatte, die im taktische Schlachtverlauf die Entscheidung herbeiführen konnten. Das waren die Möglichkeit von Schnelligkeit in der Verlegung seiner Einheiten und dem extrem präzisen Schuss seiner Artillerie. Auch das genaue Studium des Geländes und die Leistung seiner Aufklärungseinheiten waren essentieller Bestandteil seines strategischen Vorgehens.

6 Monate – 12 Monate – 24 Monate

An diesem Beispiel sieht man eindrücklich den Unterschied zwischen Taktik und Strategie. Das Beantragen von Kurzarbeit und die Inanspruchnahme von Krediten, Überbrückungshilfen und Zuschüssen stellen in Wahrheit momentan nur taktische Dinge dar. Die entscheidenden Fragen sind: Wie sieht mein Geschäftsmodell in 6 Monaten, in 12 Monaten und in 24 Monaten aus? Das ist die wichtigsten Fragen, die sie jetzt in der Krise rasch beantworten sollten. Nur wenn Sie darauf befriedigende Antworten finden wird ihr Unternehmen überleben. Denn nach dem Shutdown ist nichts mehr wie vor dem Shutdown. Die Coronokrise hat die Weltwirtschaft und auch die Wirtschaftswissenschaften ins Mark getroffen. Erwarten Sie sich von der Seite keine Hilfe. In der jetzigen Situation können Sie sich nur selbst helfen. Jetzt brauchen Sie Ihre Netzwerke, Geschäftspartner und Kunden. Die können Ihnen viele Teile Ihrer Fragen zur Strategieentwicklung beantworten.

Ausblick auf den zweiten Teil

Im zweiten Teil möchte ich Ihnen ein paar Instrumente zeigen, die zu einer nachhaltigen Strategieentwicklung führen können.

Als Vorbereitung sollten Sie diese Fragen für sich beantworten:

  • Ist mein Geschäftsmodell nach der Krise überhaupt noch sinnvoll. Gibt es dafür noch einen Bedarf?
  • Wie wird es meinen jetzigen Kunden und Geschäftspartner nach der Krise gehen? Gibt es sie noch, werden sie überleben oder sind sie Gewinner der Krise?
  • Wer sind meine Kunden nach der Krise?
  • Welche Erwartungen werden Sie an mich, mein Unternehmen, meine Produkte und Dienstleistungen haben?
  • Wie weit muss ich mein Geschäftsmodell, meine Produkte und meine Dienstleistungen ändern, damit ich die zukünftigen Kundenbedürfnisse zufriedenstellen kann?
  • Wer sind meine Konkurrenten nach der Krise? Wo werde ich auf sie treffen und wo werde ich mich von ihnen unterscheiden können?

Viel Erfolg bei der Antwortsuche. Und bleiben Sie gesund.

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